Sa

25

Dez

2010

Kapitel 10

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KTS war sprachlos. Nachdem Polizeihauptmeister Krauss die Nachricht vom harpunierten Mitsch überbracht hatte, war Karl-Theodor Schlemen nach Einnahme eines Beruhigungsdrinks ans Telefon geeilt und hatte Wolfgang Kiel, den örtlichen Baulöwen und Rechtsaußen-Betonkopf seiner Partei, angerufen. Zu Schlemens nicht geringer Verwunderung wusste der schon Bescheid, hatte sich aber dennoch bereit erklärt, Schlemen um 9:30 Uhr zu empfangen. In knappen Worten hatte Kiel Schlemen während dieser Unterredung erklärt, da sei ihm ja wohl etwas aus dem Ruder gelaufen. Er, Kiel, habe ihm doch wesentlich unblutigere Möglichkeiten aufgezeigt, Mitsch zur Räson und damit zum Schweigen zu bringen. „Was willst Du mir denn da unterschieben“, war Schlemen gleich auf Gegenkurs gegangen. „Wir decken Dich da soweit wie möglich“, hatte Kiel ihm zugesichert und diese Erklärung mit einer leicht wegwerfenden Handbewegung sogleich als bloße Aufmunterung ohne praktischen Nutzen entwertet. „Wieso wollt ihr mih decken“, fragte Karl-Theodor Schlemen mit leicht belegter Stimme. Im wurde heiß und kalt. Was wollten Kiel und seine Spießgesellen ihm da anhängen? „Du hast da offensichtlich überreagiert, mein Lieber“, warf Kiel ganz nonchalant ein. So eine Notbremse kann man also doch nun wirklich nur einmal ziehen“. Schlemen war verwirrt. Was sollte das? „Hör mal, ich habe mit dem Mord an Mitsch nichts zu tun“, presste er hervor. „Wen hattest Du denn beauftragt? Waren das wenigstens Profis, die jetzt auch dicht halten“, wollte Kiel wissen. „um letzten Mal, ich habe damit nichts, aber auch gar nichts zu tun“, fauchte Schlemen seinen Parteifreund und spendierfreudigen Gönner an. „Ich kann Dich ja verstehen“, gab sich Kiel verständnisvoll. „Aber es hilft ja nichts, vor er Realität die Augen zu verschließen. Und die Motiv- und Indizienlage wird die Polizei ähnlich bewerten wie wir. Hast Du zumindest für die Tatzeit ein hieb- und stichfestes Alibi?“ - „Ihr könnte mich mal“, wurde Schlemen regelrecht sauer, sprang auf, warf damit seinen Stuhl um und rannte hinaus.

 

Wolfgang Kiel zündete sich mit bedächtiger Bewegung eine Zigarette an, inhalierte den Rauch tief und blies kleine Kringel in die Luft. Seine Gedanken schweiften ab. Er musste sich zusammen reißen. Energisch drückte er die Zigarette in dem wuchtigen Aschenbecher aus Edelstahl aus, den er rechts neben der Schreibunterlage aus Krokodilleder auf seinem ausladenden Schreibtisch aus massivem Eichenholz stehen hatte. Er straffte sich, bevor er zum Telefonhörer griff und hastig wählte. Zweimal hörte er das Freizeichen, ehe sich eine sonore Stimme meldete: „Sprechen Sie bitte“. – „Schlemen wird zum Problem“, meldete er wahrheitsgemäß. „Ist er noch handhabbar“, fragte sein Gegenüber am Telefon. „Nein, ich glaube nicht mehr“, erwiderte Kiel. „Verstehe, wir kümmern uns darum“, beendete der auch Kiel nicht näher bekannte Telefonpartner das Gespräch.

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