Sa

10

Nov

2012

Der IT-Gipfel der Bundesregierung und der Cyberwar

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ISBN: 978-3-86924-325-2
Akademische Verlagsgemeinschaft München
134 Seiten Paperback, Preis: 34,90 EUR

 

 

 

Zu den Profiteuren der Diskussion um die Cybersicherheit  zählen Regierungen und ihre hohen Funktionäre sowie politische Organisationen, die den Cyberwar und eventuell Mythen von ihm benutzen, um ihre politischen Ziele zu erreichen oder um direkt Herrschaft auszuüben. So wird etwa in Kreisen der EU-Kommission und auch unter deutschen Politikern sehr nachhaltig der Mythos von der Totalüberwachung als einzig Erfolg versprechender Verteidigungsstrategie gegen Angriffe im Cyberwar gepflegt. Politische Projekte wie die Vorratsdatenspeicherung, der Einsatz sogenannter Open Source Intelligence zum gezielten Aussspähen in sozialen Netzwerken oder wieder aus der Asservatenkammer der politischen Polizei hervorgeholte Methoden der Rasterfahndung in Profildaten, die aus sogenannten Big-Data-Anwendungen stammen, werden damit gerechtfertigt, der Einsatz von weitreichenden Überwachungsmethoden als alternativlos bezeichnet.

 

Auch diese Aspekte um die Diskussion um den Cyberwar sind gesellschaftlich ausgesprochen relevant. Während der Zeit des sogenannten Kalten Krieges ist ein militärisch-industrieller Komplex unter Beteiligung der Politik entstanden, der teilweise Bürger- und Freiheitsrechte ganz konkret ausschaltete und das demokratische System mit seiner Gewaltenteilung gefährdete, um die eigene Machtausübung abzusichern und um viel Geld – zum Beispiel mit der Produktion von Rüstungsgütern – verdienen zu können. In den Zeiten des Cyberwar hat sich der militärisch-industrielle Komplex teilweise zu einem von kriminellen Organisationen unterwanderten militärisch-industriellen Komplex unter Beteiligung der Politik erweitert.

 

Deshalb verhindert auch die Bundesregierung, dass Sicherheitslücken öffentlich gemacht und somit geschlossen werden. Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste sind auf die Nutzung dieser Sicherheitslücken angewiesen, um ihre Spionage- und Überwachungssoftware einsetzen zu können. Deshalb setzt die Bundesregeirung weiter auf Intransparenz und auf das ncht mehr taugliche und deshalkb gefährliche Modell "security by obscurity".

 

Das ist nämlich in erster Linie ein glänzendes Geschäftsmodell. Viele Sicherheitsunternehmen, kriminelle Organisationen und Funktionäre verdienen gut daran oder profitieren laufbahnmäßig davon. Hier ist eine Gemengelage entstanden, die nicht aufgelöst werden kann, solange das kriminelle Element eine Scharnierfunktion für die unterschiedlichen Interessengruppen, die von Cyberattacken profitieren, innehat.

 

 

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