Inhaltsanalyse der Talk Show „Lanz“ im ZDF vom 7. Januar 2026
von 1:05:16 bis 1:14:44
In Rot inhaltsanalytische Anmerkungen zum vorherigen Absatz
Amann [01:05:16] Und noch mehr, wenn ich sagen darf, im Kontext unserer Sendung heute, das ist, die AfD ist auch ein Mittel in dem hybriden Krieg von Russland gegen Deutschland. Das ist, wir hatten einen russischen Spion als Mitarbeiter der AfD im Bundestag. Wir hatten, wir haben verschlungene Kanäle russisches Geld, also aus kremlnahen Geldkoffern an AfD-Kandidaten bei der Europawahl. Wir hatten den Chinesischen Spionen, der Chinesische Spion ist jetzt ein chinesischer Spion, aber es gibt sozusagen... Es ist ja nicht so, dass die Russen jetzt leider, leider keinen anderen Ansprechpartner in Deutschland haben als die AfD. Die AfD wiederholt russische Talking Points, verbreitet russische Desinformationen. Umgekehrt taucht die AfD in russischem Propagandamedien auf, erzählt dort irgendwelchen Quatsch über Deutschland. Also es ist ein sich selbst befruchtender Propaganda-Krieg, der im Gang ist. Und auch das muss man, finde ich, beim Thema Brandmauer und Kooperationsfähigkeit mit der AfD einfach bedenken. Dass das auch eine gewisse Weise ist, die AfD auch ein Tool für die Russen.
Lanz [01:06:17] Ja, verstehe ich, aber dann stehen die auf dem Wahlzettel, auf einem demokratischen Wahlzettel in einem demokratischem Land. Was heißt denn das dann in Konsequenz? Wären sie dann dafür zu sagen, dann lass es uns versuchen, lass uns ein AfD-Verbotverfahren wirklich durch…
Günther [01:06:35] Na ja, da bin ich ohnehin für. Das habe ich auch immer offen gesagt.
Lanz [01:06:39] Auch bei minimaler Aussicht auf Erfolge.
Günther [01:06:42] Ich glaube nicht, dass die Erfolgsaussichten minimal sind. Also nach den Grundsätzen, die das Verfassungsgericht bei der NPD angelegt hat, wo sich ja bestätigt hat, dass es eine rechtsextreme Partei ist, aber es für ein Verbot nicht reichte, weil die Partei zu klein war, um politische Macht auszuüben, das zweite Argument ist weg. Und wir haben die AfD nicht nur als Verdachtsfall, sondern als gesichert rechtsextrem in drei Landesverbänden. Wir haben sie als gesichert rechtsextrem auf Bundesebene. Da steht noch ein Gerichtsurteil aus. Und wir haben die Pflicht, unsere Demokratie zu schützen. Und so wie der AfD-Verbotsverfahren für mich eine Rolle spielt, müssen wir eben auch die Bedrohungen sehen, die ja damit verbunden sind. Ich meine, wir lassen zu, dass wir über Social Media, über die Tech-Konzerne unsere Bevölkerung infiltrieren in einer Art und Weise. Warum machen wir in Schleswig-Holstein ne Abkehr von allen Microsoft-Produkten? Wir sind das einzige Bundesland, wahrscheinlich weltweit das einzige Land, was alles aus Landesbehörden rausgeschickt hat, was mit diesen Tech-konzernen verbunden ist, damit wir von denen nicht mehr infiltriert werden. Warum bin ich dafür?
Günther bringt hier Bedrohungen durch Tech-Konzerne in einen Zusammenhang zu einem etwaigen AfD-Verbotsverfahren
Lanz [01:07:55] Sie haben kein Google. Kein Facebook, kein Instagram, kein Word, kein...
Günther [01:07:56] Es geht darum, dass unsere Infrastruktur nicht mehr mit diesen Produkten... Das heißt, keine E-Mails werden mehr darüber verschickt, die sind alle komplett. Wir machen nur noch Open Source bei uns in Schleswig-Holstein und haben das jetzt umgesetzt und machen sozusagen eine Werbetour auch in Europa, in Deutschland insgesamt, dass wir uns generell dagegen schützen müssen. Ich meine, wir lassen Social Media zu, wir lassen zu, dass unsere 10-, 12-, 13-, 14-jährigen Kinder und Jugendlichen infiltriert werden und ihnen die Möglichkeit gegeben wird, über Tech-Konzerne, die es ja nicht gut mit unserer Demokratie meinen, wenn wir nicht endlich aufwachen in Deutschland und sehen, dass der Kampf
Tech-Konzerne infiltrieren auch Kinder in einem für die Demokratie schdloichen Sinn
Lanz: Die haben ein Geschäftsinteresse. Ich will den gar nicht so unterstellen.
Günther: Absolut. Aber das ist ein Kampf, den wir führen müssen und das ist nicht nur die AfD.
Lanz [01:08:44] Würden Sie es gut finden, wenn andere Bundesländer das auch so machen würden?
Günther: Absolut.
Lanz: Würden sie sogar gut finden wenn man den australischen Weg ginge?
Günther: Absolut!
Lanz: Social Media-Verbot? Verbot? Bis 16 glaube ich.
Günther [01:08:54] Bis 16. In Deutschland, in Europa, das muss kommen.
Hier wird in der Tat über ein Social-Media-Verbot bis 16 gesprochen.
Lanz: Tech-Konzerne regulieren?
Günther: Absolut. Digital-Abgabe, um traditionelle Medien auch in unserem Land zu stützen. Eine Demokratie funktioniert nur, wenn diese Institutionen funktionieren.
Die Diskussion wird nun um die Digital-Abgabe und traditionelle Medien erweitert.
Lanz [01:09:10] Wenn J.D. Vance das hört, haben wir morgen einen nächsten Ärger.
Günther [01:09:13] Naja. Aber ich meine, machen wir uns doch nichts vor. Der steckt da mit dahinter.
Lanz [01:09:13] Wenn Beatrix von Storch das hört, die ruft dann da auch an. Das haben wir hier in der Sendung deutlich rausgearbeitet.
Günther [01:09:20] Man merkt doch, dass die Vereinigten Staaten ja ihre politischen Ziele nicht erreichen, um Demokratien im Moment zu stärken, sondern um schlicht und ergreifend ihre Machtinteressen zu vertreten. Und so ist es ja auch nicht so, dass sie in Europa daran interessiert sind, dass wir Stabilität haben, dass demokratische Parteien in unseren Ländern auch ...
Interessen der USA auch in Bezug zu Europa
Amann [01:09:39] An Medienvielfalt sind sie auch nicht interessiert.
Günther [01:09:40] Auch das nicht. Und das funktioniert ja genau über diese Dinge. Und wenn wir unsere Kinder und Jugendlichen nicht dagegen schützen, wenn wir nicht selbst auch verstehen – ich meine drei Prozent der Deutschen haben Vertrauen zu sozialen Medien. Und gucken wir uns doch mal an, wie viel wir soziale Medien konsumieren.
Erweiterung des Themas Social-Media-Nutzung auf die gesamte Bevölkerung
Lanz [01:09:57] Umgekehrt in Amerika, zwei Drittel der Amerikaner beziehen ihre Informationen vor allen Dingen aus sozialen Medien, aus nichts Anderem mehr.
Günther [01:10:04] Das ist doch bei uns auch so.
Lanz: [01:10:05] Und wenn man sich die
Günther: [01:10:06] Ich meine, selbst Politiker, die im Bundestag sitzen, selbst Abgeordnete in unserer Fraktion, die gucken sich so einen Quatsch an und merken auch nicht, dass bestimmte Medien auch darauf einsteigen. Ich meine da sind ja mittlerweile auch Medien...
Hinführung: Soziale Medien werden von Politikern genutzt
Lanz: [01:10:17] Was meinen Sie damit?
Günther: [01:10:18] Ich meine, viele Medien orientieren sich ja mittlerweile an diesen ganzen sozialen Medien, indem sie selbst politische Agitation betreiben und ja nicht mehr Journalismus machen. Und wenn wir uns nicht mal davon frei machen
Lanz: [01:10:32] Woran denken Sie jetzt. Sagen Sie es mal deutlich.
Günther: [01:10:33]... Naja, ich meine, machen wir uns doch nichts vor, aber diese ganzen, als es in der Großen Koalition, groß muss man ein bisschen vorsichtig sein,
Lanz: [01:10:41] Ne mittelgroße Koalition, ja
Günther: [01:10:43] Koalition ja mit der SPD gemeinsam. Wenn die in eine Schieflage gekommen sind, öffentlich, hatte das immer was damit zu tun, dass sich Politik auch davon beeinflussen lässt, wie bestimmte Medien auch versuchen, ihre eigenen.
Lanz: [01:10:54].. Sie denken jetzt am Brosius-Gersdorf?
Günther: [01:10:56] Ja, Brosius-Gersdorf zum Beispiel. Ich meine, wer hat denn dagegen geschossen? Nius und solche Portale. Und es gibt Abgeordnete meiner Union, die solche Portale lesen, die sowas teilweise auch weiterschicken, die so was in WhatsApp-Gruppen verteilen. Und ich glaube, wir müssen viel, viel mehr aufwachen, dass das unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind. Und wenn wir uns nicht zusammenreißen und zivilgesellschaftliche Organisationen auch uns mit denen zusammenschließen, um uns gegen solche Exzesse auch zu wehren, dann werden wir unsere Demokratie in Deutschland in den nächsten zehn Jahren nicht wiedererkennen.
Nius und solche Portale werden hier als Gegner, Feinde von Demokratie bezeichnet
Lanz: [01:11:33] Oder zerstören?
Günther: [01:11:34] Zumindest wirken wir daran mit, wenn wir uns dem nicht entgegenstellen. Und deswegen müssen wir, glaube ich, alles, was dieses kleine Parteipolitische Gegeneinander und gucken, wo setzt sich wer an der Stelle durch. Ich glaube es den Leuten mittlerweile zuwider, wenn Regierung unser Land in einer Krise regieren, dann wollen die Parteien haben, die an einem Strang ziehen, die die Dinge in die Hand nehmen, die die Dinge umsetzen und die wollen nicht hören, wer setzt sich in welchem Punkt durch. Und da dürfen wir halt auch diesen Medien nicht immer Steilvorlagen auch geben, indem wir uns über irgendwelche Kleinigkeiten miteinander streiten. Und ich glaube, nur das ist am Ende der Weg, um Extremisten kleinzukriegen und wieder eine Stabilität in Deutschland hinzubekommen.
Warnung von Günther, den oben angesprochenen Medien („diesen Medien“) nicht immer Steilvorlagen zu geben.
Lanz [01:12:21] Also was Sie jetzt gerade sagen ist im Grunde, wir müssen das regulieren, wir müssten es notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten.
Worauf bezieht sich „es“, nachdem Lanz fragt, ob es reguliert, notfalls zensiert, sogar verboten werden muss? Vom breiteren Kontext nur auf die beiden letzten Abschnitte, auf „diese Medien“ (Abschnitt direkt davor), namentlich genannt im zweiten Abschnitt davor „Nius“
Günther: [01:12:29] Ja.
Pause – Die Antwort von Günther bezieht sich direkt auf die Frage von Lanz, ob „es“ reguliert, zensiert, verboten werden müsse. Lanz Frage wiederum bezieht sich wie schon inhaltsanalytisch angemerkt auf die in den beiden Abschnitten davor erwähnten „diesen Medien“ und „Nius“
Lanz: [01:12:30] Darüber reden wir?
Günther: [01:12:31] Wir reden darüber, also Social Media darf bis 16-Jährigen nicht mehr zugänglich gemacht werden. Und da brauchen wir eine Zusammenarbeit und Unterstützung, auch mit diesen Unternehmen, ähnlich wie Australien das gemacht hat, um unsere Jugend zu schützen vor Desinformationen, vor sexuellen Übergriffen.
Hier folgt zunächst eine relativierende Bezugnahme auf die Forderung, SozialeMedien erst ab 16 Jahren frei zugänglich zu machen.
Lanz: [01:12:55] Was ist mit dem Rest? Wenn Sie sagen, da gibt es Portale, die agitieren, die berichten dann Dinge, die dann Kampagne sind, um mit Journalismus nichts mehr zu tun haben, so haben Sie das gerade ausgedrückt, dann würden die sagen, Entschuldigung, das ist Meinungsfreiheit, das ist auch von der Meinungs-Freiheit gedeckt, an welchem Punkt greifen wir dann ein in so etwas Wichtiges und Wertvolles wie Meinungsfreieinheit? Verstehe ja das Argument.
Günther [01:13:19] Ich habe ja gesagt, es ist nicht nur Aufgabe von Politik, Demokratie zu schützen, das ist unsere Hauptaufgabe. Aber ich finde, alle zivilen Organisationen müssen auch sich zur Demokratie bekennen. Und ich glaube auch, dass es innerhalb der Medien auch mal eine Diskussion darüber geben muss, welche Qualitätskriterien müssen Medien eigentlich auch erfüllen. Denn natürlich ist es so, wir haben ja bei uns zum Glück Pressefreiheit, Meinungsfreiheit in unserem Land. Aber wenn man eine solche Einflussnahme hat wie Medien, dann muss man eben auch bestimmte Qualitätskriterien auch einhalten. Und gucken wir uns an, findet heute noch statt, dass man eine zweite Quelle prüft? Findet noch statt dass Journalisten wirklich, ich sag mal, wahrhaft auch berichten und auch nicht nur Meinungsmache machen? Also wenn ich mir Nius Artikel angucke, mit denen ich irgendwas zu tun habe, kann ich nur sagen, da stimmt in der Regel nichts drin. Das ist einfach vollkommen faktenfrei, was an der Stelle gemacht wird. Aber die treten eben auf und machen den Eindruck, Leute, als wäre das sozusagen im Sinne der Meinungsfreiheit etwas, was man in unserem Land sagen darf. Und ich glaube, es ist einfach falsch, wenn man das einfach so hinnimmt. Und wir müssen das eben auch kennen in der Politik, die es nicht gut meinen mit unserer Demokratie. Und das, glaube ich, ist nicht nur unsere Aufgabe.
Erweiterung auf Aufgabe von Politik, Demokratie zu schützen, Forderung nach Qualitätskriterien für Medien. Nennung von „Nius“, bei denen in Bezug auf Artikel zum Thema „Günther“ nichts stimme.