Di

17

Sep

2013

Digitaler Informantenschutz, Teil 3

Ganz wichtig ist es, bei Treffen mit Informanten kein Handy mitzunehmen oder zumindest den Akku herauszunehmen. Letzteres ist beim iPhone ja nicht so ohne weiteres machbar. Aber es ist notwendig. Denn auch ein ausgeschaltetes Handy kann von digitalen Spionen über den Kontrollkanal eingeschaltet und als Wanze benutzt werden. So können Gespräche einfach belauscht oder bei Smartphones mit Kamera sogar erstklassige Videoaufnahmen von den Ausspionierten angefertigt werden.

 

Chatten ist oft sicherer als Telefonieren

 

Telefonieren ist ohnehin eine gefährliche Sache. Mit Informanten sollte man tunlichst weder über das Festnetz noch via Mobilfunk sprechen. Zum Erstkontakt ist allerdings oftmals eine Telefonnummer unerlässlich. Die aber sollte dann anonym sein. Sogenannte „nicknumbers“ helfen da weiter (http://web.nicknumber.de/faq.php). Je nach Anbieter kostet eine solche anonyme Anrufnummer, die auf das eigene Telefon oder einen Web-Sprachdienst weiterschaltet, zwischen 10,00 und 30,00 Euro für die Einrichtung der Nummer sowie monatliche Grundgebühren von 3 Euro bis 15 Euro.

 

Eine Alternative zum Telefonieren bietet der Chat. Hier kommt es wesentlich auf die Chat-Software an. Pidgin beispielsweise erlaubt verschlüsseltes Chatten in rund 15 Chat-Netzwerken vom Instant Messaging Service von AOL bis hin zu Yahoo (http://www.pidgin.im/). Mit dem Plugin TorChat für die Anonymisierung der Verbindung und  https://github.com/prof7bit/TorChat/downloads und dem Verschlüsselungs-Plug-in „Off-the-Record-Messaging“ (http://www.cypherpunks.ca/otr/) ist dann nur unter sehr großem Aufwand das Abhören des Chats möglich.

 

Wer zudem bei sehr sensiblen Netz-Nutzungen nicht vom eigenen PC aus agiert, sondern in ein Internet-Cafe geht, bei dem er sich nicht ausweisen und anmelden muss und in dessen Umgebung auch keine Kameras für die Videoüberwachung installiert, hat den Informantenschutz auch im digitalen Zeitalter ernst.

 

Teil 2

Teil 1

 

Hier kann man Informantenschutz im digitalen Zeitalter auch trainieren

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